Phoenix schenkt im Schlussviertel den Sieg her

Knapp 30 Minuten dominierten sie das Spiel, auch danach feuerten die 1.991 Fans in der ohrenbetäubend lauten Arena am Ischeland ihre Basketball-Helden leidenschaftlich an, doch das alles reichte nicht. Mit einem ernüchternden Schlussviertel hat Phoenix Hagen den Sieg am 12. Spieltag der 2. Basketball-Bundesliga ProA gegen den Nürnberg Falcons BC schlichtweg verspielt. Nach zwischenzeitlich 21 Punkten Vorsprung verloren die Hagener das Spiel am Ende mit 79:87 (49:37).

Das Personal:

Seiner Starting Five aus Jonas Grof, James Reid, Derreck Brooks, Dominik Spohr und Alex Herrera blieb der Hagener Coach Dietmar Günther weiterhin treu. Bei den Franken begannen Virgil Matthews, Mardracus Wade, Marvin Omuvwie, Dan Oppland und Jonathan Maier.

Der Spielverlauf:

Die erste Hagener Führung zum 7:4 (3.) besorgte Kapitän Spohr mit dem ersten Dreier der Partie, den Matthews auf der Gegenseite aber sofort nachahmte. Die Falcons waren zunächst etwas sicherer im Wurf, lagen aber nie mehr als vier Punkte vorn. Die Feuervögel besannen sich auf ihre Stärke aus der Distanz: Mit den ersten Punkten von Reid nach zuvor drei Assists und durch Brooks erhöhten sie auf 19:13 (8.). Kurz vor Ertönen der Sirene traf Aminu ebenfalls von Downtown zum 26:18.

Während Nürnbergs Point Guard Matthews angeschlagen in die Kabine humpelte und nicht weiterspielen konnte, sorgte Jannik Lodders mit zwei Freiwürfen erstmals für einen zweistelligen Vorsprung. Phoenix hatte die Offense der Gäste jetzt aus dem Spiel genommen. Erst nach knapp vier Minuten trafen sie mit dem 35:23 wieder aus dem Feld. Hagen erhöhte den Vorsprung bis auf 18 Punkte beim 45:27 (18.). Diesmal trafen die Gäste mit der Sirene, der Halbzeitstand von 49:37 blieb für Phoenix dennoch komfortabel.

Den Feuervögeln schien in dieser Phase alles zu gelingen. Allen voran ging Kapitän Spohr, der innerhalb von rund zwei Minuten gleich drei Dreier im Netz unterbrachte. Mit seinem Dunk zum 68:47 (26.) stellte Grof den höchsten Abstand der Partie her. Bis zum Viertelende kam Nürnberg allerdings auf immerhin 71:56 heran.

Der Vorwärtsgang der Hausherren geriet ins Stottern. Die Falcons hatten ihre Schwächen abgestellt und trafen, wie sie wollten, vor allem aus der Distanz. Die Führung durch Malo Valérien mit dem 77:79 (36.) und die zwei wichtigen Treffer von Nils Haßfurther und erneut Valérien nach dem Ausgleich (37.) durch Grof fielen alle per Dreier. Phoenix fand darauf keine Antwort und musste sich mit 79:87 geschlagen geben.

Das Fazit:

Bis zum Ende des dritten Viertels hatte Phoenix alles im Griff. Im Schlussviertel kam dann die überraschende Wende zugunsten der Gäste. Die Feuervögel konnten ihre zwischenzeitlich glänzenden Leistungen nicht konstant umsetzen. Auf der anderen Seite spielte Nürnberg in den letzten elf, zwölf Minuten wie ausgewechselt. Valérien, der zuvor erst zwei Punkte erzielt hatte, traf im Schlussviertel vier von vier Dreiern. Das Resultat von 8:31 aus diesem Viertel zeigt eindrucksvoll, wie Phoenix am Ende die Kraft und die Ideen ausgingen.

Die Trainerstimmen:

Dietmar Günther (Phoenix Hagen): „Glückwunsch an Ralph. Er hat das toll gemacht mit seinem Team. Sie mussten einiges einstecken, sind aber immer wieder zurückgekommen und haben sehr verdient gewonnen. Drei Viertel haben wir unseren Plan gut umgesetzt und sind im letzten Viertel eingebrochen. Wir hatten solche Viertel schon mal, gegen Karlsruhe oder Hamburg. Allerdings nicht im letzten Viertel, da waren wir eigentlich immer sehr stark. Das hat heute überhaupt nicht funktioniert. Am Ende hat Nürnberg sehr hochprozentig getroffen oder die zweite Chance bekommen. Wir haben den Rebound verloren, was auch sehr ungewöhnlich für uns ist.“

Ralph Junge (Nürnberg Falcons BC): „Ich bin sprachlos nach diesem Spiel. Das ist das Schöne am Basketball, das, was ihn auszeichnet. Manchmal kann man nicht erklären, warum man mit 20 Punkten hinten liegt und trotzdem gewinnt. Hagen hat 29 Minuten alles richtig gemacht. Wir hatten die ersten Minuten schon gut gespielt, bis zum Ausfall von Virgil. Danach waren wir weiter engagiert und haben gekämpft. Aber dass wir das Spiel noch so drehen, ist das Verrückte am Sport. Dennoch hat Hagen eine tolle Mannschaft, die sehr begeisternden Basketball spielt und nicht umsonst so viele Spiele gewonnen hat und noch mehr gewinnen wird.“

Die Statistik:

Phoenix Hagen – Nürnberg Falcons BC 79:87 (49:37)

Phoenix Hagen: Herrera (17, 9 Reb.), Spohr (14/4), Grof (14, 8 Ass.), Lodders (11/1), Brooks (7/1), Reid (5/1, 5 Ass.), Baumann (5), Aminu (4/1), Günther (2), Hollersbacher.

Nürnberg Falcons BC: Oppland (21, 7 Reb.), Valérien (18/4), Maier (12), Haßfurther (9/1), Wade (8), Sanders (7/1), Omuvwie (6/2), Girard (3), Matthews (3/1), Meredith.

Stationen: 9:11 (5.), 26:18 (10.), 39:25 (15.), 49:37 (20.), 64:47 (25.), 71:56 (30.), 77:76 (35.), 79:87 (40.).

Zuschauer: 1.991

Phoenix Hagen

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